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Fakultät für Verkehrswissenschaften an der TH Dresden
(1949 bis 1952)

 
 

Vorgeschichte

Die verkehrswissenschaftliche Forschung und Lehre in Dresden beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts an der Technischen Bildungsanstalt (seit 1890: Technische Hochschule Dresden).

Zunächst war die Weiterentwicklung der Eisenbahn in technischer Hinsicht und ihre ökonomischen Auswirkungen das Betätigungsfeld der Wissenschaftler. Auf dem Gebiet der Ingenieurwissenschaften leistete Professor Andreas Schubert durch den Bau der Lokomotive "Saxonia", die Baubetreuung großer Brückenbauwerke in Sachsen und der Konstruktion der ersten Schiffe für die Dresdner Elbschifffahrt wertvolle Dienste. Später entwickelten sich aus den klassischen Ingenieurwissenschaften die bis heute üblichen Zweige der Verkehrswissenschaften: Verkehrswegebau, Verkehrsmaschinentechnik und Verkehrsökonomie.

Fachbereich Bauingenieurwesen
· Lehrstuhl für Straßen-, Wasser- und Eisenbahnbau (1869)
· Lehrstuhl für Linienführung und Bahngestaltung, Eisenbahnbau, Bahnhofsanlagen, Erd- und Tunnelbau (1924)
· Lehrstuhl für Eisenbahn- und Verkehrswesen (1934)

Fachgebiet Maschineningenieurwesen
· Lehrstuhl für Eisenbahnmaschinenwesen (ab 1920 ?)

Fakultät für Verkehrswissenschaften an der TH Dresden

Angesichts der Zerstörungen durch den 2. Weltkrieg gab es für den Wiederaufbau eine hohen Bedarf an Verkehrsspezialisten. Außerdem zeichnete sich in der Sowjetischen Besatzungszone die Entwicklung hin zur Zentralverwaltungswirtschaft ab. Diese Art der Organisation der Volkswirtschaft ist stark hierarchisch gegliedert und erfordert viele "Kader". Für den wissenschaftlichen Vorlauf auf dem Sektor des Verkehrswesens waren an der TH Dresden bereits gute Voraussetzungen gegeben.

Am 29. Oktober 1949 wurde an der Technischen Hochschule Dresden die Fakultät für Wirtschafts- und Verkehrswissenschaften gebildet. Anfang 1950 kam es zur Trennung der Bereiche Wirtschaft und Verkehr und damit zur Gründung der Fakultät für Verkehrswissenschaften mit Prof. Hans Reingruber, dem damaligen Minister für Verkehr der DDR als Dekan. Zur Fakultät gehörten zunächst der Lehrstuhl für Eisenbahn- und Verkehrswesen unter Prof. Reingruber sowie das Geographische Institut. Im Jahre 1951 wurde der Lehrstuhl für Betriebstechnik der Verkehrsmittel unter Gerhart Potthoff gegründet.

Im Wintersemester 1950/'51 begann erstmalig die Ausbildung der Studenten in der Studienrichtung Verkehrsingenieurwesen. Die Ausbildung umfasste Komponenten der Gesellschafts-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ebenso wie die mathematisch-naturwissenschaftlich und die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. Dabei wurde allein die verkehrswissenschaftliche durch die Fakultät Verkehrswissenschaften durchgeführt, während die übrigen Ausbildungskomponenten von Fakultäten für Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Bauwesen, Maschinenbau und Elektrotechnik durchgeführt wurden. Dieses Prinzip ist nach Gründing der Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" wieder aufgegriffen worden und wird seit 1992 angewendet.

Am 20 April 1951 wurde der Grundstein für das Gebäude der Fakultät für Verkehrswissenschaften gelegt. Der in der Hettnerstraße befindliche Bau war während der Zeit der Hochschule für Verkehrswesen das "H-Gebäude" und ist seit 1992 als Gerhart-Potthoff-Bau wieder das Domizil der Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List".

In der Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus der DDR bestand ein enormer Bedarf an qualifizierten Spezialisten für das Transport- und Nachrichtenwesen (anfangs insbesondere Eisenbahn und Postwesen), der durch die Kapazitäten der Fakultät nicht zu decken war. In der Hauptabteilung Schulung des Ministeriums für Verkehrswesen wurde zur Erarbeitung von Lösungsvorschlägen eine Arbeitsgruppe gegründet, die zu folgendem Ergebnis kam:

1. Die Fakultät für Verkehrswissenschaften der TH Dresden ist weder qualitativ noch quantitativ in der Lage, die geforderte Anzahl an Spezialisten auszubilden.

- Die bisherige Ausbildung ist lediglich eine allgemeine Einführung in die Spezialgebiete des Transportwesens.

- Die Ausbildungskapazität von jährlich 150 Studenten lag unter den geforderten 460 Absolventen.

2. Die Fakultät untersteht dem Ministerium für Schwerindustrie, was sich aufgrund fehlender Einflussnahme nachteilig auf die Ausbildung im Verkehrswesen auswirken könnte.

3. Fazit: "Entwurf über die Errichtung einer Hochschule, eines Hochschulinstitutes sowie zweier Fachschulen für die Heranbildung von Kadern für das Eisenbahn- und Transportwesen."

 

 

 

 

 


 


Aufgrund der sich abzeichnenden Herauslösung der Fakultät für Verkehrswissenschaften aus der TH Dresden wurde 1951 der Lehrstuhl für Eisenbahn- und Verkehrswesen und der Lehrstuhl für Eisenbahnsicherungswesen in die Fakultät für Bauwesen eingegliedert, um die Ausbildung auf diesen Gebieten an der TH Dresden künftig zu sichern.

Im Zuge der Neugründung der Hochschule für Verkehrswesen (HfV) wurde die Fakultät für Verkehrswissenschaften der TH Dresden am 31. August 1952 aufgelöst. Die Studenten setzen ihre Ausbildung und die Lehrkräfte ihre Tätigkeit am 1. September 1952 an der HfV fort.

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info@hfv-dd.de