|
Am Anfang des Jahres 1952 wurde die "Verordnung
über die Bildung einer Hochschule für Verkehrswesen"
veröffentlicht, wonach die Gründung der Hochschule
für Verkehrswesen (HfV) mit Wirkung vom 1. April
1952 durchgeführt wurde. Die Verordnung bestimmt
den Sitz der Hochschule in Dresden, als Fakultäten
die Fakultät für Verkehrsökomomik und
Verkehrstechnik sowie dass die Fakultät dem Ministerium
für Verkehrswesen direkt unterstellt ist. Es wurden
folgende ausgebildete Spezialisten gefordert:
| Diplom Ingenieur für: |
· Eisenbahnbetrieb
· Eisenbahnverkehr
· Eisenbahn-Maschinenwesen
· Eisenbahnbau
· Eisenbahn-Sicherungstechnik
· Eisenbahn-Fernmeldetechnik
· Schiffs-,
Hafen- und Umschlagverkehr
· Wasserbau
· Straßenverkehr
und Straßenbau |
| |
|
| Diplom-Wirtschafter |
· Verkehrsökonomie
|
Die feierliche Eröffnung der HfV fand am 8 September
1952 durch den Minister für Verkehrswesen Hans
Reingruber und in Anwesenheit zahlreicher politsicher
und wissenschaftlicher Persönlichkeiten statt.
Wie alle anderen akademische Bildungseinrichtung in
der damaligen DDR nahm auch die HfV die Entwicklung
einer sozialistischen Hochschule. Um so beachtlicher
ist es, dass unter den gegebenen Randbedingungen eine
gute wissenschaftliche Arbeit möglich war. Mehr
noch: Die HfV entwickelte sich zu einer hoch angesehenen
Forschungs- und Bildungseinrichtung, sowohl diesseits,
als auch jenseits des Eisernen Vorhangs.
Die 1950-er und 1960-er Jahre sind die Aufbaujahre
der HfV. Sie sind durch häufige strukturelle Änderungen
gekennzeichnet. Erst gegen Ende der 60-er tritt eine
stabile Struktur ein. Entsprechend den damaligen Bedürfnissen
der Wirtschaft und der Verkehrsverwaltung waren die
1960-er sehr stark "eisenbahnorientiert".
So war das damalige Ministerium für Eisenbahnwesen
(MfE) der DDR in der ersten Hälfte der 1950-er
darum bemüht, die Verkehrshochschule zu einer "Hochschule
für Eisenbahnwesen" umzuformen. Als Kompromiss
einigten sich das MfE und das Staatssekretariat für
Hochschulwesen, in Dresden weiterhin die komplexe Behandlung
der Verkehrsträger fortzuführen und dafür
eine Hochschule für Eisenbahnwesen in Erfurt zu
gründen. Im weiteren Verlauf der Entwicklung blieb
es jedoch bei der HfV als einziger Verkehrshochschule
der DDR - mit einer deutlichen Akzentuierung des Eisenbahnwesens.
Anstatt der Eisenbahnhochschule in Erfurt wurde eine
für die Bedürfnisse der Deutschen Reichsbahn
zugeschnittene Ingenieurschule (Schaffnerschule) in
Gotha gegründet. Seit 1954 unterstand die HfV dem
Ministerium für Verkehrswesen - bis zum Ende der
DDR im Jahre 1990.
In den Aufbaujahren entstanden die noch heute genutzten
Gebäude in der Hettnerstraße, am Bayrischen
Platz (seit 1962 Friedrich-List-Platz), die Mensa in
der Reichenbachstraße, Studentenwohnheime, Laboratorien
und andere Einrichtungen.
Vertreter der Praxis im Akademischen Senat der HfV ab
März 1957: der Präsident der Reichsbahndirektion
Halle, der Vizepräsident der Reichsbahndirektion
Dresden. Der Akademische Senat wird im Zuge der Umsetzung
der 3. Hochschulreform im September 1969 seine Arbeit
einstellen. Der Ehrensenator im Akademischen Senat ab
März 1957 bis 1962: der Direktor der Forschungsanstalt
für Schifffahrt, Wasser- und Grundbau Berlin
Das Konzil der Hochschule für Verkehrswesen tagt
ist recht großen Zeitabständen. Auf seinen
Sitzungen werden Beschlüsse zur langfristigen Entwicklung
der Hochschule getroffen.
Den Abschluss der Aufbauphase bildet die 3. Hochschulreform
von 1968. Ihr wesentliches Merkmal ist die Abkehr von
der traditionellen Hochschulstruktur aus Fakultäten
und Instituten hin zur sozialistischen Struktur aus
Fakultäten, Sektionen und Fachbereichen. Im Übrigen
scheint es, dass sich das in der Aufbauarbeit wirkende
Potential nun neuen Tätigkeitsfeldern zuwendet:
der sozialistischen Gestaltung des Lebens an der Hochschule.
In den 1970-er und 1980-er Jahren beginnt aber trotz
aller ideologischer Beeinflussung eine Zeit hoher verkehrswissenschaftlicher
Aktivität. Dabei verlagert sich der Schwerpunkt
der Forschung und Lehre im Zuge der Entwicklung der
Technik in die Richtung der Nutzung Mikroelektronik
für die Belange des Verkehrswesens.
nach oben
|