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www.hfv-dd.de - Glossar

 
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Der Dekan (1949-1952, seit 1992) der leitet die Fakultät im Sinne einer Koordinierung der Tätigkeiten der Fakultät und vertritt die Fakultät innerhalb der übrigen Fakultäten, vor dem Rektor und nach außen.
 
Der Direktor der Sektion (1969-1990) leitet die Sektion. Er ist dem Rektor direkt unterstellt und Rechenschaftspflichtig und für dafür verantwortlich, dass die der Sektion übertragenen Aufgaben umgesetzt werden. Der Direktor der Sektion ist Dienstvorgesetzter aller zur Sektion gehörenden Mitarbeiter und Studenten. In seiner Leitungstätigkeit stützt sich der Direktor der Sektion auf den rat der Sektion, auf seine Stellvertreter (Stellvertreter für Erziehung, Aus- und Weiterbildung, Stellvertreter für Forschung) und die Versammlung der Sektion.
 
Die Direktoren (1969-1990) unterstützen den Rektor bei der Leitung der Hauptprozesse an der Hochschule. Sie bereiten Entscheidungen vor, leiten entsprechende Maßnahmen ein, organisieren und kontrollieren diese und werten die Durchführung aus. Folgende Aufgaben werden an der HfV von Direktoren wahrgenommen: Studienangelegenheiten, Forschung, Internationale Beziehungen, Kader und Qualifizierung und Verwaltung.
 
Einheitliches sozialistisches Transportsystem - So wurde die Gesamtheit der Zweige, Betriebe und Institutionen der Volkswirtschaft bezeichnet, deren Aufgabe der Transport von Gütern und Personen unter den Bedingungen sozialistischer Produktionsweise zur effektiven Befriedigung der gesellschaftlichen Transportbedürfnisse ist. Man war bemüht, dass die Transportbedürfnisse unabhängig von Marktmechanismen, wie Angebot/ Nachfrage und Wettbewerb im Sinne der bestmöglichen volkswirtschaftlichen Umsetzung befriedigt werden. Auf Dauer jedoch war diese Zielstellung nicht zu erreichen. Trotzdem: Aus dieser Motivation heraus entstand das für die "Dresdner Schule" typische Profil der komplexen Betrachtung des Verkehrswesens.
 
Die Fachschaft Verkehrswissenschaften Dresden: 1) Mit Gründung der Fakultät für Verkehrswissenschaften an der damaligen TH Dresden im Jahre 1948 wurde die Fachschaft der Verkehrswissenschaften, die "Dresdner Schule der Verkehrstechnologie"
ins Leben gerufen. Gleichgültig, ob in einer Hochschule oder in einer Fakultät, seit dieser Zeit werden in Dresden Verkehrsspezialisten nach dem typischen komplexen Ansatz der Verkehrswissenschaften ausgebildet, und seit dieser Zeit findet man diese Spezialisten der Verkehrswirtschaft und der verkehrstechnischen Fachrichtungen in vielfältigen Tätigkeitsbereichen im Verkehrswesen. Diese Spezialisten bilden die Fachschaft Verkehrswissenschaften "Friedrich List", oft auch als "Listianer" bezeichnet. 2) (seit 1992) Die studentische Fachschaft ist die Gesamtheit der Studierenden an der Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List". Durch ihre Immatrikulation werden sie Mitglieder in der Fachschaft "Studentenschaft Friedrich List". Einmal jährlich wählen die Mitglieder der studentischen Fachschaft den Fachschaftsrat (FSR), damit dieser im Auftrage der Studenten die anstehenden Aufgaben der studentischen Selbstverwaltung erfüllt.
 
Die Fakultäten der HfV (1969-1990) dienen der fachlichen Untergliederung des Wissenschaftlichen Rates. Sie werden von Dekanen geleitet. Die Aspiranten verteidigen je nach angestrebtem akademischen Grad ihre Dissertationen vor den jeweiligen Fakultäten. Dazu gibt es die Fakultät für Gesellschaftswissenschaften, die Fakultät Technik- und Naturwissenschaften und die Fakultät für Militärisches Transport- und Nachrichtenwesen.
 
Die Fakultät für Verkehrswissenschaften als Forschungs- und Lehrstätte der Dresdner Verkehrswissenschaften in den Jahren 1949 bis 1952 an der damaligen TH Dresden und seit 1992 als Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" an der TU Dresden.
 
Das Forschungsinstitut für Verkehrssicherheit (IVS) war eine Forschungseinrichtung für das Gebiet der Verkehrssicherheit an der damaligen HfV. Das IVS wurde 1969 gegründet und befasst sich mit der Erforschung theoretischer Grundlagen der Verkehrssicherheit, der Unfallursachenforschung, mit Forschungen zur optischen Wahrnehmungssicherheit und zur Bildung und Erziehung der Verkehrsteilnehmer.
 
Das Friedrich-List-Forum tritt im Jahr 1991 das erste Mal zusammen, um als Interessenvertretung auf die künftige Entwicklung der HfV einzuwirken. Am 24. September 1993 wird in Dresden der Verein Friedrich-List-Forum e.V. gegründet. Es bildet eine Plattform für die Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" und viele Wirtschaftsunternehmen und -organisationen, für die der Schwerpunkt ihrer unternehmerischen Tätigkeit im verkehrswirtschaftlichen Bereich liegt.
 
Die Friedrich-List-Plakette wurde im Zusammenhang mit der Namensverleihung "Friedrich List" von der HfV gestiftet. Sie wurde an Persönlichkeiten vergeben, die sich besonders um die Entwicklung der Verkehrswissenschaften verdient gemacht haben.
 
 
[G] [H] [I] [J]
Gesellschaftliche Beratungsorgane des Rektors sind das Konzil und der Gesellschaftliche Rat.
 
Der Gesellschaftliche Rat an der HfV berät und unterstützt den Rektor bei der Realisierung der Aufgaben der Hochschule gegenüber der sozialistischen Gesellschaft und hat eine kontrollierende Funktion. Dem Gesellschaftlichen Rat gehören profilierte Vertreter der Praxis des sozialistischen Transport- und Nachrichtenwesens und der staatlichen Organe, erfahrene Funktionäre der gesellschaftlichen Organisationen, hervorragende Hochschullehrer und wissenschaftlichen Mitarbeiter, Beststudenten sowie fachlich und politisch hoch qualifizierte Arbeiter und Angestellte der Hochschule an.
 
Die Grundlagenausbildung an der HfV (Stand 1989) umfasste für alle Studenten neben der ökonomischen oder ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenausbildung weiterhin (obligatorisch) das marxistisch-leninistische Grundstudium, die Fremdsprachenausbildung, Sportunterricht und sozialistische Wehrerziehung.
 
Gründungskommision
 
Die Hochschulen des Verkehrswesens der DDR zur Bildung und Forschung auf dem Gebiet des Transport- und Nachrichtenwesens bestanden in der ehemaligen DDR in Dresden (Hochschule für Verkehrswesen), und in Warnemünde/ Wustrow (Ingenieurhochschule für Seefahrt). Weiterhin erfolgte an der Universität Rostock die Ausbildung zum Ingenieurökonomen des Transportwesens für die Seeverkehrswirtschaft.
 
Die Hochschule für Verkehrswesen "Friedrich List" Dresden (HfV), wurde in Verwirklichung der 2. Hochschulreform auf Beschluss des Ministerrates der DDR 1952 als akademische Bildungs- und Forschungsstätte für das Gesamtgebiet des Verkehrswesens bzw. der Verkehrswissenschaften gebildet und erhielt im Jahre 1962 den Namen "Friedrich List" verliehen. Im Zuge der Erneuerung der Hochschullandschaft im Freistaat Sachsen wurde die HfV im Jahre 1992 aufgelöst, wobei der universitäre Teil der verkehrswissenschaftlichen Bildung und Forschung der Hochschule als Fakultät Verkehrswissenschaften "Friedrich List" an die Technische Universität Dresden überführt wurde.
 
Hoch- und Fachschulkader waren in der ehemaligen DDR solche Personen, die über eine abgeschlossene Hochschul- und Fachschulausbildung verfügten und das entsprechende Zeugnis.
 
Das Industrie-Institut der HfV (I.I.) war eine 1955 gegründete wissenschaftliche Einrichtung der HfV zur Ausbildung von Diplom-Ingenieurökonomen des Industrie-Instituts. In der ersten Entwicklungsetappe (1955 - 1963) wurden in 2jähriger Studienzeit (später zuzüglich 3monatigem Vorbereitungslehrgang) vor allem ältere, durch den Faschismus von einer akademischen Ausbildung ausgeschlossene Aktivisten der ersten Stunde, in der zweiten Etappe (1963-1971) erfahrende Kader der SED zur Vorbereitung auf ihren Einsatz in der Verkehrspraxis oder in verantwortlichen gesellschaftlichen Funktionen, seit 1971 als Beginn einer dritten Etappe werden hervorragende jüngere Arbeiterkader, Träger hoher staatlicher Auszeichnungen, bewährte Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre usw. zum Hochschulabschluss geführt. Am I.I. wurde in den Fachrichtungen Ökonomie des Transportwesens und Ökonomie des Nachrichtenwesens ausgebildet. Die Leitung des Institutes erfolgt durch den Direktor des Industrie-Instituts. Weiterhin gibt es einen Wissenschaftlichen Beirat (seit 1970: Rat des Industrie-Institutes) Das I.I. wurde im Verlaufe der Wende 1989/ '90 aufgelöst.
 
Ingenieurschulen des Post- und Fernmeldewesens waren zwischen 1946 und 1952 sogenannte Post- und Fernmeldeschulen, daraufhin Fachschulen der Deutschen Post und schließlich Ingenieurschulen der Deutschen Post. Es gab die Ingenieurschule für Fernmelde- und Funkwesen in Berlin und Königs Wusterhausen, die 1958 aus der Fachschule für Fernmeldewesen Berlin mit der Fachschule für Funkwesen Königs Wusterhausen hervorging und 1958 mit der Fachschule für Post- und Fernmeldewesen Leipzig zur die Ingenieurschule für Post- und Fernmeldewesen Leipzig vereinigt wurde.
 
Ingenieurschulen des Verkehrswesens waren in der DDR spezielle Ausbildungseinrichtungen für Fachschulkader des Verkehrswesens und unterstanden dem Ministerium für Verkehrswesen. Es gab die Ingenieurschule für Verkehrstechnik Dresden und die Ingenieurschule für Transportbetriebstechnik Gotha.
 
Die Ingenieurschule für Verkehrstechnik "Erwin Kramer" Dresden wurde im Jahre 1951, damals als Ingenieurschule für Eisenbahnwesen, mit den Fachrichtungen Schienenfahrzeugtechnik, Eisenbahnbautechnik und Sicherungs- und Fernmeldetechnik gegründet. Damit wurde erstmalig in der DDR die Ausbildung und Erziehung von Ingenieuren der Deutschen Reichsbahn aufgenommen. In der folgenden Zeit wurde das Profil der Ingenieurschule erweitert: Im Jahre 1969 übernahm die I. die Ausbildung von Fachschulkadern für alle Transportzweige und wurde in Ingenieurschule für Verkehrstechnik umbenannt. An der Ingenieurschule wurden in den 1980-er Jahren ständig ca. 1.000 Direktstudenten und 2.000 Fernstudenten in folgenden Fachrichtungen ausgebildet: Schienenfahrzeugtechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Elektrische Maschinen und Geräte, Eisenbahnbau, Straßenbau, Brückenbau, Eisenbahnsicherungstechnik, Verkehrsnachrichtentechnik, Luftfahrtelektronik/ Flugsicherung, Luftfahrzeugtechnik, Ingenieurökonomie des Transportwesens sowie Ökonomie des Fremdenverkehrs, wobei die Fachrichtungen in 8 Abteilungen aufgeteilt sind. Später Eingliederung in die HfV, dort Verbleib bis zur Wende 1989/ '90.
 
Das Institut für Schienenfahrzeuge (IfS) war das wissenschaftlich-technische Zentrum der Schienefahrzeugindustrie der DDR.
 
Integrationskommision
 
 
[K] [L] [M]
Das Kapitalistische Transportsystem war im Verständnis der ehemaligen DDR die Gesamtheit aller Transportbetriebe und Institutionen, deren Aufgabe, im Rahmen des kapitalistischen Reproduktionsprozesses die Verbindung zwischen Produktion und Konsumtion sowie zwischen den Zweigen und Bereichen der Wirtschaft herzustellen, dem Grundziel der Erringung von Profit untergeordnet ist. Kurz: Es wird nur das bedient, was sich auch rechnet.
 
Das Konzil der HfV ist die Versammlung der delegierten Wissenschaftler, Studenten, Arbeiter und Angestellten der Hochschule zur gemeinsamen Beratung über die Vorbereitung und Erfüllung der Hauptaufgaben in Erziehung, Aus- und Weiterbildung und Forschung. Der Rektor legt jährlich vor dem Konzil Rechenschaft über die Planerfüllung der Hochschule ab und erläutert die künftigen Aufgaben. Das Konzil wählt die Vertreter der Hochschule für den Gesellschaftlichen Rat.
 
Kooperation und Koordinierung im Transportwesen war eine typische Erscheinungsform der Organisation bzw. der Durchführung der Transportproduktion in der ehemaligen DDR, wobei Transport- bzw. Verkehrskooperation durch planmäßig organisierte, auf dem Prinzip der sozialistischen Gemeinschaftsarbeit basierende Zusammenarbeit mehrerer selbständiger Transportbetriebe oder verschiedener Transportzweige gekennzeichnet war, während Transport- bzw. Verkehrskoordinierung die Methode der Leitung, Planung und Organisation zur planmäßigen Durchsetzung einer volkswirtschaftlich effektiven Arbeitsteilung im Transportwesen darstellte. Kooperation und Koordinierung im Verkehrswesen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen stellt eine der künftigen Herausforderungen am Verkehrsmarkt dar.
 
List, Friedrich: deutscher Nationalökonom, geb. 1789 in Reutlingen, gest. 1846 in Kufstein, kämpfte für die Schaffung des Zollvereins sowie für die Überwindung der Kleinstaaterei in Deutschland. Die Erfahrungen im Bau von Dampfeisenbahnen, die List während seines Aufenthaltes in den USA gesammelt hatte, setzte er um, indem er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland mit Nachdruck für ein einheitliches deutsches Eisenbahnnetz einsetzte (1833: "Über ein sächsisches Eisenbahnsystem als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahnsystems") und den Bau einiger wichtiger Eisenbahnstrecken (u.a. Leipzig-Dresden) vorantrieb. In Ehrung und Anerkennung des Werks von Friedrich List und als Verpflichtung für das Wirken der Hochschule für Verkehrswesen wurde ihr 1962 der Beiname "Friedrich List" verliehen. Auch nach Auflösung der HfV im Jahre 1992 behielt die Fakultät für Verkehrswissenschaften den Beinamen "Friedrich List".
 
Die Mitteilungsblätter der "Studentenschaft Friedrich List" waren "Fri-Li-News" (12/1989 bis 5/1990) und bis heute der List-Express.
 
 
[N] [O] [P]
Nachrichtenverkehr: Beförderung (stoffliche Träger) und Übertragung (nichtstoffliche Träger) von Nachrichten zur Erfüllung des Nachrichtenverkehrsbedürfnisses der Bevölkerung und der Volkswirtschaft. Das alleinige Recht zur Durchführung des Nachrichtenverkehrs oblag in der DDR nach dem Post- und Fernmeldegesetz (PFG) der Deutschen Post. Nicht dem Geltungsbereich des PFG unterlagen der Nachrichtenverkehr der Nationalen Volksarmee, der Grenztruppen sowie der Schutz- und Sicherheitsorgane.
 
Nachrichtenwesen: 1) I.e.S. andere Bezeichnung für den Wirtschaftszweig Post- und Fernmeldewesen als Teil des Wirtschaftsbereiches "Transport, Post- und Fernmeldewesen". - 2) I.w.S. die Zusammenfassung aller Nachrichtenverkehrsträger und Prozesse des Nachrichtenverkehrs (öffentlich und nichtöffentlich/ innerbetrieblich)
 
Ökonomie des Nachrichtenwesens ist die Wissenschaft von der Wirkung und Nutzung der ökonomischen Gesetze auf dem Gebiet des Nachrichtenwesens.
 
Ökonomie des Transports ist die Wissenschaft von der Wirkung und Nutzung der ökonomischen Gesetze auf dem Gebiet des Transports.
 
Operationsforschung: Gesamtheit der wissenschaftlichen, zum Teil mathematischen Methoden und Verfahren zur Untersuchung komplexer ökonomischer, technologischer und bestimmter gesellschaftlicher Prozesse, ihrer Organisation und Verhaltensweise, um optimale Lösungen zu bestimmen. Kernbereich der O. ist die mathematische Modellierung. Anwendung im Transport- und Nachrichtenwesen ist die Gestaltung von Verkehrssystemen (von Verkehrsnetzen), die Optimierung von Prozessen und Bedienungssystemen.
 
Die Planung im Verkehrswesen war der Versuch der wissenschaftlichen Vorausschau und Direktive der künftigen Entwicklung des Verkehrswesens als Bestandteil der Volkswirtschaftsplanung zur Verwirklichung der Wirtschafts- und Sozialpolitik des sozialistischen Staates. Ausgehend von den gesellschaftlichen Grundlagen, den Prinzipien der Volkswirtschaftsplanung und einer Analyse der spezifischen Bedingungen des Reproduktionsprozesses des Transport- und Nachrichtenwesens, wurden die objektiv wirkenden ökonomischen Gesetze des Sozialismus berücksichtigt und ausgenutzt. Das Ziel bestand in der Befriedigung des gesellschaftlichen Personen- und Gütertransportbedarfs sowie des Bedarfs an Nachrichtenverkehrsleistungen mit wachsender Qualität bei sinkendem spezifischen Aufwand sowie einem hohen eigenen Beitrag zum Nationaleinkommen. Aufgaben der Planung: Bedarfsermittlung, Planung der Verkehrsprozesse, Berechnung und Bilanzierung der Pläne.
 
Potthoff, Gerhart - geboren am 9. Mai 1908 in Frankenthal/ Sachsen, gest. am 25. September 1989 in Dresden, gilt als der Begründer der "Dresdner Schule des Verkehrsingenieurwesens". Studium des Bauingenieurwesens an der TH Dresden (bis 1932), dann Tätigkeit im Eisenbahnwesen. Dissertation 1938, Habilitation im Jahre 1942, beides an der TH Berlin-Charlottenburg. Berufung zum Professor mit Lehrauftrag (1950) und Aufbau der Fakultät für Verkehrswissenschaft der TH Dresden, tätig als Professor für Betriebstechnik der Verkehrsmittel - später an der Hochschule für Verkehrswesen Dresden. Sein Hauptwerk ist die "Verkehrsströmungslehre" in 5 Bänden.
 
Das Plenum ist die Versammlung aller Mitglieder des Wissenschaftlichen Rates. Zwischen den Versammlungen leitet der Senat die Arbeit des Wissenschaftlichen Rates.
 
Die Post ist eine öffentliche Einrichtung, deren Mitarbeiter insbes. die Aufgabe der Ortsveränderung von Nachrichten haben, darüber hinaus aber noch zahlreiche weitere Funktionen erfüllen. Die Aufgaben der Post als typisches monopolistisches Staatsunternehmen waren: Beförderung von Nachrichten (z.B. Briefe, Karten), die Übermittlung von Nachrichten durch Fernsprecher, Fernschreiber u.a. Nachrichtenmittel leitungs- und nichtleitungsgebundener Art, die Beförderung von Waren u.a. Güter in Form von Kleingutsendungen (Pakete, Päckchen); die Beförderung von Personen (z.B. im Postkraftverkehr); die Mitwirkung am Geldverkehr (z.B. Postzahlungsverkehr, Postbankwesen) sowie der Vertrieb (also nicht nur die Beförderung) von Presseerzeugnissen; die Mitwirkung bei der Verbreitung von Hör- und Fernsehrundfunksendungen durch Bereitstellung und Betrieb der Sendetechnik. Der Postverkehr umfasste Ortsveränderungsprozesse durch Nachrichten- und Kleingutbeförderung unter Verwendung der Einrichtungen der Post (Deutschen Post der DDR).
 
Das Postwesen ist allgemein die Gesamtheit der technisch-technologischen, betrieblichen, ökonomischen, organisatorischen und leitungsmäßigen Einrichtungen und Abläufe zur Durchführung des Postverkehrs sowie der im Postzahlungsverkehr zusammengefassten Dienste (Postwesen i.e.S.) und des Postzeitungsvertriebes (Postwesen i.w.S. oder Post- und Zeitungswesen).
 
Die Prorektoren sind Stellvertreter des Rektors (1952 - 1992). Sie unterstützen den Rektor in der Leitungstätigkeit und bearbeiten in seinem Auftrage eigenverantwortlich wichtige Sachgebiete. Der 1. Prorektor ist ständiger Stellvertreter des Rektors. Er ist besonders für die Arbeitsplanung und die Organisation der Leitung der Hochschule verantwortlich. Weiterhin gibt es den Prorektor für Gesellschaftswissenschaften, den Prorektor für Erziehung und Ausbildung und den Prorektor für Naturwissenschaften und Technik. (Stand 1989)
 
 
[Q] [R] [S]
Der Rat der Sektion (1968-1990) war das kollektive Beratungsorgan des Direktors der Sektion. In ihm wurden die grundlegenden Aufgaben der Sektion beraten und die Entscheidungen des Direktors vorbereitet. Der Rat der Sektion verlieh den ersten akademischen Grad (Dipl.-Ing., Dipl.-Ök.) und die Abschlusszeugnisse von Weiterbildungsstudenten. Der Rat setzte sich aus Angehörigen der Sektion, Vertretern der gesellschaftlichen Organisationen (SED, FDJ usw.) und Vertretern der Praxis zusammen.
 
Die Regionale Verkehrsökonomie ist ein Teil der Verkehrswissenschaften und erforscht die räumlich unterschiedliche Ausprägung des Transport- und Nachrichtenwesens.
 
Reingruber, Hans - geb. am 30. April 1888 in Eberfeld, gest. am 14. Januar 1965 in Berlin, Verkehrswissenschaftler und Verkehrspolitiker. Studium des Bauingenieurwesens (Eisenbahnbau) an der TH Hannover (Diplom 1913), Dissertation 1924 an der TH Hannover: "Beitrag zur Frage der zweckmäßigsten Überhöhung in Gleiskrümmungen". Berufung als Nachfolger für Prof. Wilhelm Müller an die TH Dresden (1934): Professur für Eisenbahn- und Verkehrswesen, 1936 auch das Lehrgebiet Eisenbahnsicherungswesen (bisher Prof. Möllering) - über 30 Jahre auf dem Gebiet des Eisenbahnwesens an der TH Dresden tätig - dort 1946-1948 als Prorektor. Neben seiner Tätigkeit an der TH Dresden wird Prof. Reingruber 1948Leiter der Hauptverwaltung Verkehr und Mitglied der Deutschen Wirtschaftskommission in der Sowjetischen Besatzungszone, am 7. Oktober 1949 wird Prof. Reingruber der 1. Verkehrsminister der DDR (bis zum 30. April 1953), außerdem 1950-1952 Dekan der Fakultät für Verkehrswissenschaften, 1953 Ehrendoktor der Hochschule für Verkehrswesen Dresden, Emeritierung am 1. September 1957
 
Der Rektor (1952-1992) ist der Leiter der Hochschule. Er ist dem Minister für Hoch- und Fachschulwesen für die Erfüllung der Aufgaben und die sozialistische Leitung der Hochschule verantwortlich und rechenschaftspflichtig. Er stützt sich in seiner Leitungstätigkeit auf den Wissenschaftlichen Rat, die Prorektoren, die Direktoren und auf die gesellschaftlichen Beratungsorgane.
 
Der Rohrleitungstransport ist der Transport von Flüssigkeiten und Gasen sowie von Flüssigkeit-Gas-, Flüssigkeit-Feststoff- und Gas-Feststoff-Gemischen durch Rohrleitungen und damit einer der Zweige des Transportwesens.
 
Schubert, Andreas: geb. am 19. März 1808, gest. am 6. Oktober 1870; Professor und Lehrer am Polytechnikum Dresden, entwarf die erste brauchbare deutsche Lokomotive (Saxonia) und leitete ihren Bau in der von ihm 1836 gegründeten Maschinenbau-Aktiengesellschaft Uebigau bei Dresden (1838). Schubert befuhr mit dieser Lokomotive, die 18 Jahre eingesetzt wurde, die Strecke Leipzig-Dresden anlässlich ihrer Eröffnung als Reserve hinter dem eigentlichen Führungszug. Die Hoche technische Vielseitigkeit seines Könnens verdeutlich auch an weiteren Beispielen. Er baute den ersten sächsischen Elbdampfer und machte sich auf dem Gebiet des Bauwesens im Zusammenhang mit der Konstruktion der Göltzschtal- und der Elstertalbrücke verdient.
 
Die Sektion (1968-1990) war die entscheidende Struktureinheit der Hochschule, in der die in der Erziehung, Aus- und Weiterbildung und Forschung zu lösenden Aufgaben erfüllt werden. Die Sektion wird vom Direktor der Sektion geleitet. Es die Sektion Marxismus-Leninismus, die Sektion Verkehrs- und Betriebswirtschaft, die Sektion Fahrzeugtechnik, die Sektion Transporttechnologie, die Sektion Verkehrsbauwesen, die Sektion Mathematik und Naturwissenschaften, die Sektion Nachrichtentechnik, die Sektion Prozessautomatisierung und die Sektion Militärisches Transport- und Nachrichtenwesen. (Stand 1989)
 
Der Senat (1952-1992) wechselte im Verlaufe der Geschichte mehrmals seine Bedeutung. Zwischen 1968 und 1990 leitete der Senat ständig die Arbeit des Wissenschaftlichen Rates.
 
 
[T] [U] [V]
Unter Transporttechnologie versteht man 1.) das Verfahren der Ortsveränderung von Gütern und Personen (Elemente: Sammeln und Verteilen, Abfertigen, Befördern, Lagern, Be-, Um- und Entladen, Warten, Versorgen und technisches Vorbreiten der Transportmittel, Sichern der Bewegungen) oder 2.) Verkehrswissenschaftliche Disziplin, zur Untersuchung der Gesetzmäßigkeiten der Verfahren der Ortsveränderung von Gütern und Personen.
 
Transportwesen: Bereich der Volkswirtschaft, dessen Hauptaufgabe in der Ortsveränderung von Gütern und Personen besteht - mit den Transportzweigen des öffentlichen Transports: Eisenbahnverkehr, Kraftverkehr, Binnenschifffahrt, Seeschifffahrt, Luftverkehr, Städtischer Nahverkehr; der nichtöffentliche Transport: Rohrleitungsverkehr und der Werkverkehr, sonstiger Güter- und Personenverkehr sowie mit den Betrieben und Einrichtungen zur Vorhaltung der Verkehrinfrastruktur.
 
Transport- und Nachrichtenwesen ist die synonyme Bezeichnung für den Wirtschaftszweig "Verkehrswesen".
 
Transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin wurde 1960 als Fachverlag für das Verkehrswesen gegründet und veröffentlichte Literatur des Transport- und Nachrichtenwesens, Modelleisenbahn, Modellsport sowie Philatelie und Numismatik, insbesondere Fach- und Hochschullehrbücher, Monographien und Nachschlagewerke. Seit 1991 gehört der Verlag zum Motorbuch-Verlag.
 

Verkehr: 1) Vorgang der Ortsveränderung, dessen Resultat die Veränderung des örtlichen Daseins von Gütern, Personen oder Nachrichten ist. 2) Gesamtheit der techischen, organisatorischen und ökonomischen Maßnahmen, Einrichtungen und Mittel (bes. der nur für diesen Zweck geschaffenen Fahrzeuge, Strecken, Leistungen sowie Organisationsformen) zur Beförderung von Personen, zum Transport von Gütern und zur Übermittlung von Nachrichten mit dem Ziel, durch Überwindung von räumlicher Entfernung die Reise-, Güteraustausch- und Informationsbedürfnisse der Menschen zu befriedigen. 3) Kurzbezeichnung für das Verkehrswesen als Wirtschaftszweig "Transport- und Nachrichtenwesen".
Verkehrsarten nach:

Zugänglichkeit - öffentlicher/ nichtöffentlicher Verkehr (Werkverkehr, Privatverkehr)
Gegenstand - Gütertransport (Wagenladungs-, Stückgut-, Containerverkehr u.a.),
- Personenbeförderung (Berufsverkehr, allg. Reiseverkehr, - Gelegenheitsverkehr, weiter nach Ermäßigungsarten),
- Nachrichtenübermittlung (Nachrichtenaustausch, -verbreitung)
bezogen auf den  
Gesamtverkehr - Verkehrsquelle, -senke
- Binnen-, Internationaler V., (Export, Import, Transit)
- Einstrahlender-, ausstrahlender und Durchgangsverkehr
Art der Mittel/ Wege - Eisenbahnverkehr
- Straßenverkehr
- Schiffsverkehr (Binnen-/ Hochseeschifffahrt)
- Luftverkehr
- Rohrleitungsverkehr
- Nachrichtenverkehr (Brief-, Fernsprech-, Fernschreib-, Funkverkehr)
- Kombinierter Verkehr (gebrochener Verkehr, wobei bei den Umsteige-/ Umschlagstationen einheitliche Tarif-, Abfertigungs- und Beförderungsbedingungen gelten),
Entfernung Nahverkehr/ Fernverkehr
Fahrplangestaltung Linien-, Gelegenheits-, Charterverkehr
Erschließung Flächenverkehr, Linienverkehr
Betriebszustand Ruhender Verkehr, fließender Verkehr, arbeitender Verkehr
Bestimmbarkeit Individualverkehr, Massenverkehr
 
Der Unterschied zwischen Verkehr und Transport: Der Verkehr umfasst das Transport- und Nachrichtenwesen. In wissenschaftlichem Gebrauch wird Transport anstelle von Verkehr verwendet, wenn Ortsveränderungsprozesse gegenständlicher Transportobjekte definiert. (z.B. Gütertransport)
 
Verkehrswesen ist 1) die Bezeichnung des Wirtschaftszweiges "Transport- und Nachrichtenwesen" , wobei das Erzeugnis die Ortsveränderung von Gütern, Personen oder Nachrichten ist. Nicht zum Wirtschaftszweig zählen der Innerbetriebliche Transport, der Werkverkehr und der Privat-/ Individualverkehr. 2) Im der marxistischen Wirtschaftstheorie die "vierte Sphäre der materiellen Produktion" - die "Kommunikationsindustrie". 3) im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung für das öffentliche Transportwesen (Eisenbahn, Kraftverkehr, Schifffahrt, Luftverkehr, Städtischer Nahverkehr)
 
Die Verkehrswissenschaft ist ein Sammelbegriff für alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit der Erforschung der naturwissenschaftlichen, technischen, technologischen, ökonomischen, soziologischen, juristischen, geografischen, historischen, aber auch physiologischen sowie psychologischen u.a. Gesetzmäßigkeiten der Ortsveränderungen von Gütern, Personen und Nachrichten unter dem Aspekt der jeweiligen Produktionsverhältnisse befassen. Die V. kann als eine Rahmenwissenschaft aufgefasst werden, die aus relativ selbständigen, aber eng miteinander verflochtenen Disziplinen besteht, so u.a. Verkehrstechnik (Verkehrsmitteltechnik), Verkehrsbauwesen, Verkehrstechnologie, Verkehrskybernetik, Verkehrsökonomie, Verkehrssoziologie, Verkehrsrecht, Verkehrsgeographie, Verkehrsgeschichte, Verkehrsstatistik, Verkehrsmedizin
 
Die Versammlung der Sektion (1968-1990) ist die Zusammenkunft der Hochschullehrer, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Studenten, Arbeiter und Angestellter der Sektion zur gemeinsamen Beratung der Ergebnisse des zurückliegenden Studienabschnitts und zur Vorbereitung der in der Erziehung, Aus- und Weiterbildung und Forschung anstehenden Aufgaben. Die Versammlung der Sektion wählt die Mitglieder des Rates der Sektion, die Delegierten für das Konzil und die Mitglieder des Wissenschaftlichen Rates.
 
 
[W] [X] [Y] [Z]
Der Wissenschaftliche Rat ist das kollektive Beratungsorgan des Rektors. Unter Vorsitz des Rektors gehören ihm die Prorektoren, namhafte Vertreter des Lehrkörpers, bewährte wissenschaftliche Mitarbeiter und besonders befähigte Studenten sowie Vertreter der Hochschulleitungen der SED, des FDGB und der FDJ an. In Zusammenwirken mit den Sektionen fixiert der Wissenschaftliche Rat ausgebend von den Anforderungen der sozialistischen Gesellschaft die Ziele und Aufgaben der Hochschule für die Wissenschaftsentwicklung, die Entwicklung des Inhalts und Niveaus der Erziehung, Aus- und Weiterbildung, der Forschung sowie des wissenschaftlichen Lebens an der Hochschule. Der Wissenschaftliche Rat verleiht die höheren akademischen Grade - Doktor eines Wissenschaftszweigen (Dr.-Ing., Dr. rer. nat., Dr. oec.) und Doktor der Wissenschaften (Dr. sc. techn., Dr. sc. oec.) - und erteilt die facultas docendi (Lehrbefähigung).
 
Die Wissenschaftsbereiche einer Sektion werden auf der Grundlage der Wissenschaftsstruktur gebildet und werden von einem ordentlichen Professor geleitet. Er ist dem Direktor der Sektion unterstellt, verantwortlich und rechenschaftspflichtig.
 
 

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